Wildbienen

Ein Projekt des Bienenzüchtervereins Affoltern am Albis

Ort und Rahmen

Auf Einladung der LIGNUM Knonaueramt, einer regionalen Arbeitsgruppe der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft hat sich der Bienenzüchterverein Affoltern am Albis im Sommer 2007 mit einem Wildbienenstand am Aufbau eines rund 2 km langen Wald-Erlebnispfads bei Affoltern am Albis beteiligt. Dieser liegt auf der westlichen Seite des Jonenbaches und ist von Affoltern a.A. aus über den Vita Parcours zugänglich.

Unser Beitrag: Ein „Insektenhotel“ für Wildbienen & Co.

Im Naturhaushalt spielen, neben der Honigbiene, auch Wildbienen wegen ihrer Artenvielfalt als Bestäuber eine wichtige Rolle. Von den ca 500 Wildbienen-Arten unseres Landes ist ein Grossteil vom Aussterben bedroht, weil sowohl Nistmöglichkeiten wie artspezifische Nahrungspflanzen durch das Ausräumen unserer Kulturlandschaft verloren gegangen sind. Wildbienen brauchen deshalb unseren ganz persönlichen Schutz. Dafür will der Wildbienenstand Beispiel und Anregung geben.

Nisthilfen für Wildbienen: Wildbienen-Hotel.JPG - 2,91 Mb

  • Bambus- und Schilfröhrchen
  • Verschiedene Tonziegel
  • Hartholzblöcke mit verschieden weiten und tiefen Bohrlöchern
  • Mit Lösserde gefüllte Blumenkisten

Faszinierende Welt der Wildbienen

Keine Angst: Hier müssen Sie keine Stiche befürchten!

Die Wildbienen, die sich hier angesiedelt haben, sind zwar verwandt mit unseren wehrhaften Honigbienen, die ihren Staat verteidigen müssen. Sie setzen ihren Stachel aber nur dann ein, wenn sie von blossen Händen gefangen werden.

Beobachtungen auch aus der Nähe sind deshalb völlig ungefährlich.

Weitaus die meisten Wildbienen leben solitär, d.h. einzeln. Man nennt sie deshalb auch Solitärbienen oder Einsiedlerbienen. Jedes Weibchen baut allein und ohne Mithilfe von Artgenossen ein eigenes Nest in einem geeigneten Hohlraum. Es ist aus mehreren kleinen Kammern, den sog. Brutzellen aufgebaut.

Querschnitt durch eine bebrütete Niströhre mit 5 Brutzellen einer Mauerbiene

In jede Brutzelle trägt das Weibchen Pollen und Nektar ein (v), legt dann ein Ei auf diesen Nahrungsvorrat und verschliesst die Zelle mit einer Zwischenwand (z). Sind alle Brutzellen belegt, wird das Eingangsloch mit einer dicken Wand aus Erde, Lehm oder Blättern verschlossen (a).

Der Ausbau einer solchen Brutröhre beginnt im Frühling und ist bis im Sommer abgeschlossen. Aus den verpuppten Larven schlüpft erst im nächsten Jahr die neue Bienengeneration. Die Weibchen können die Geschlechtsverteilung steuern und sorgen dafür, dass z.B. bei der Rostroten Mauerbiene die vordersten Kammern Männchen enthalten und die hinteren Weibchen.

In der Schweiz leben mehr als 500 verschiedene Arten von Wildbienen.

Siesind für die Natur und damit auch für uns Menschen bedeutungsvoll, denn sie bestäuben eine Vielzahl von Blütenpflanzen. Ohne unsere Bienen – und das gilt ganz besonders für die Wildbienen – gäbe es den ganzen Reichtum unserer Pflanzenwelt und damit auch unsere Nahrung nicht.

Die Medien berichten von alarmierendem Bienensterben. Davon sind auch unsere Wildbienen betroffen.In den vergangenen vier Jahrzehnten hat in weiten Teilen Mitteleuropas eine beispiellose Ausräumung, Schadstoffbelastung und Überbauung der Landschaft stattgefunden. Die Auswirkungen auf die Bienenfauna waren gravierend. In der Schweiz ist mehr als die Hälfte aller Arten vom Aussterben bedroht.

Was können wir tun?

Schaffen wir mit einfachen Mitteln Nistplätze für Wildbienen, auch bei uns zu Hause an trockenen sonnigen Standorten: Legen wir auf einen Balkon, auf einen Fenstersims Hartholzblöcke (Buche, Kirsche, Esche) mit verschieden weiten und tiefen Bohrlöchern, Bündel von hohlen Pflanzenstängeln (Karden, Disteln, Schilf, Bambus)! Bodennistende Bienen lassen sich durch Schüttungen von Sand oder sandigem Lehm ansiedeln.

Gestalten wir unsere Gärten mit der Ansiedlung von geeigneten Wildpflanzen naturnah als Bienenlebensräume! Je vielfältiger der Nahrungsraum in unmittelbarer der Nähe dieser Nistplätze gestaltet werden kann, desto zahlreicher ist die Art der Bienen, die sich hier ansiedeln. Wirtun der Natur und damit uns allen einen unschätzbar grossen Dienst.

Weitere Auskunft: Bienenzüchterverein des Bezirks Affoltern